Ein Batteriespeicher ist bei fast jedem PV-Angebot die teuerste Zusatzposition. Ob er sich lohnt, hängt nicht vom Prospekt ab, sondern von drei Zahlen aus Ihrem Haushalt. Die Rechnung dazu ist kurz – und Sie können sie selbst machen.
Was ein Speicher tatsächlich tut
Ohne Speicher nutzen Sie den Solarstrom nur in dem Moment, in dem er entsteht. Alles, was mittags übrig ist, geht ins Netz und wird mit der Einspeisevergütung bezahlt. Abends kaufen Sie Strom zum vollen Preis zurück. Ein Speicher verschiebt den Mittagsüberschuss in den Abend. Sein Wert ist also die Differenz zwischen Ihrem Strompreis und der Einspeisevergütung – für jede Kilowattstunde, die er verschiebt.
Die Zahlen, auf die es ankommt
| Größe | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Eigenversorgung ohne Speicher | rund 25–30 % des Jahresverbrauchs | Verbraucherzentrale |
| Eigenversorgung mit Speicher | bis zu etwa 70 % | Verbraucherzentrale |
| Speichergröße als Faustregel | etwa 1,5 kWh je 1.000 kWh Jahresverbrauch, nicht viel größer als die Anlage in kWp | Verbraucherzentrale |
| Lebensdauer | etwa 10–15 Jahre | Verbraucherzentrale |
| Einspeisevergütung, Teileinspeisung bis 10 kWp, Inbetriebnahme 1.8.2026–31.1.2027 | 7,70 ct/kWh | ADAC, Stand 1.9.2026 |
Ganz unabhängig vom Netz macht ein Speicher Sie nicht. Im Winter liefert die Anlage zu wenig, um ihn zu füllen.
Die Rechnung – mit Ihren Zahlen
Sie brauchen drei Werte: Ihren Jahresverbrauch und Ihren Arbeitspreis (beides steht auf der Stromrechnung) sowie den Mehrpreis des Speichers aus Ihrem Angebot.
- Zusätzlich selbst genutzter Strom ≈ Jahresverbrauch × (0,70 − 0,30) = Jahresverbrauch × 0,40. Das ist eine Obergrenze; im Alltag liegt es oft darunter.
- Vorteil pro Jahr = diese Kilowattstunden × (Arbeitspreis − Einspeisevergütung).
- Vergleich: Vorteil pro Jahr × 10 Jahre (vorsichtige Lebensdauer) gegen den Mehrpreis des Speichers.
Beispiel – nur zum Nachvollziehen, setzen Sie Ihre eigenen Werte ein:
4.000 kWh Jahresverbrauch × 0,40 = höchstens 1.600 kWh zusätzlich selbst genutzt.
Angenommener Arbeitspreis 35 ct, Einspeisevergütung 7,70 ct → Differenz 27,3 ct.
1.600 kWh × 0,273 € = höchstens rund 437 € Vorteil im Jahr, über 10 Jahre höchstens rund 4.370 €.
Kostet der Speicher im Angebot deutlich mehr als dieser Betrag, trägt er sich nach heutigem Stand nicht allein über die Stromrechnung.
Die Rechnung ist bewusst einfach: ohne Zinsen, ohne Strompreissteigerung, ohne Alterung des Speichers. Steigende Strompreise sprechen für den Speicher, Alterung und Zinsen dagegen. Wer es genauer will, rechnet beides – wir tun das im Angebot.
Wann ein Speicher sich eher trägt
- Hoher Verbrauch am Abend und in der Nacht – Berufstätige, die tagsüber nicht zu Hause sind.
- Wärmepumpe oder E-Auto, das abends lädt – mehr Verbrauch, der verschoben werden kann.
- Neue Anlagen seit 25. Februar 2025 ohne Smart Meter dürfen zunächst nur 60 % ihrer Nennleistung einspeisen. Was darüber liegt, geht ohne Speicher verloren.
- Sinkende Einspeisevergütung – jede Kürzung macht den eigenen Verbrauch wertvoller. Für Anlagen unter 25 kWp ist eine Reform geplant, die die feste Vergütung ab 2027 ersetzen soll (Stand September 2026, noch nicht beschlossen).
Wann er nur den Preis hebt
- Geringer Verbrauch – ein Zwei-Personen-Haushalt mit wenig Abendverbrauch füllt den Speicher, leert ihn aber nicht.
- Verbrauch fällt ohnehin tagsüber an – Homeoffice, Betrieb im Haus, Warmwasser über den Tag.
- Zu groß gewählt – ein Speicher, der deutlich größer ist als nötig, kostet mehr, wird selten voll genutzt und altert bei dauerhaft hohem Ladestand schneller.
Unsere Empfehlung
Lassen Sie sich jedes Angebot zweimal rechnen: mit und ohne Speicher. Wir machen das auf Wunsch – und rechnet sich der Speicher bei Ihnen nicht, sagen wir das, auch wenn der Auftrag dann kleiner wird. Ein Speicher lässt sich später nachrüsten, wenn die Anlage dafür vorbereitet ist. Das ist oft die bessere Entscheidung als ein zu großer Speicher am ersten Tag.